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Warum Entwicklungspädiatrie?


Laut verschiedenen Untersuchungen betreffen bis zu 50% der praktischen pädiatrischen Tätigkeit sogenannte „well baby visits“: Vorsorge- untersuchungen, Entwicklungsprobleme, Beratungen in Erziehungs- und Schulfragen sowie kinderpsychiatrische Fragestellungen. Um als kompetenter Berater nutzbringend für das betroffene Kind und seine Familie wirken zu können, bedarf es daher theoretischer Fachkennt- nisse und praktischer Fertigkeiten in allen diesen Bereichen.


Im Klinikalltag sind die Auszubildenden meist mit anderen Fragestellungen konfrontiert und können einzig auf konkrete Erfahrungen mit eigenen Kindern zurückgreifen. Praktizierende Pädiater haben sich autodidaktisch eklektisches Wissen bzgl. Entwicklungs- und Erziehungsfragen angeeignet und arbeiten – mehr oder weniger zufrieden – in ihrem eigenen Stil. Häufig fehlt ihnen jedoch die Zeit diesen kri- tisch nach Sinn und Wirksamkeit zu evaluieren oder weiter zu entwickeln. Ziel des Kurses ist es, sich einen aktuellen und individuellen „Rezeptblock“ zusammen zu stellen, welcher ein effizientes Arbeiten in der Praxis, von der Dia- gnostik bis zur Therapie, erlaubt.


Warum systemisch?


Wie erwähnt, werden in der Entwickungspädiatrie ausnahmslos somatische wie auch psychologisch-erzieherische Fragestellungen aufgeworfen. Der Begriff „systemisch“ ist in psycho- sozialen Fachbereichen eng gekoppelt mit einer, nach gegenseitigen Wirkungen fragenden, zirkulären Denkart. Aus Theorie und Praxis ist bekannt, dass die Entwicklung eines Kindes - ob „normal“ oder „verzögert“ - sich immer auf die ganze Familie auswirkt.


Natürlich beeinflusst umgekehrt auch die Familie mit ihrer Eigenart und der kulturelle Hintergrund die Entwicklung des Kindes und Jugendlichen. Da macht es Sinn sich systemische Fragetechniken anzueignen und Interventionen zu üben. Häufig präsentiert sich das Kind mit einer Entwicklungsproblematik nicht mit diesem Etikett, sondern mit einer Verhaltensauffälligkeit, psychischen Krise oder mit psychosomatischen Störungen. Kinderpsychiatrisches Grundlagenwissen und geübtes Kommunizieren hilft bei der Klärung solcher Fragestellungen. Eine sich ergänzende somatische und systempsychologische Sichtweise von Entwicklung soll daher vermittelt werden mit dem Ziel eines „Handwerkskoffers“ für einfache aber auch schwierigere Entwicklungsstörungen.

KURS

Systemische Entwicklungs- pädiatrie XII